
|

Bachblüten
Bachblüten haben nichts mit einem Gewässer zu tun. Der Name geht zurück auf den
englischen Arzt, Bakteriologen und Homöopathen Dr. Edward Bach (1886-1936), der nach
längerer Suche die nach ihm benannte Bachblütentherapie entwickelte.

Dr. Edward Bach, Begründer der Bachblütentherapie
Dr. Edward Bach gab als 43jähriger seine gutgehende Arztpraxis in London auf, um sich den
Rest seines Lebens, sechs Jahre lang, auf die Suche nach einer natürlichen Heilmethode zu
begeben, bei der mit seinen eigenen Worten "nichts zerstört oder verändert zu werden brauchte".
Vorher der klassischen Homöopathie zugewandt und im Homöopathischen Hospital in London
in einer leitenden Tätigkeit angestellt, frustrierten ihn dennoch die Misserfolge.
Darüber hinaus suchte er nach einem einfacheren Verfahren, das einer breiten Öffentlichkeit
zugänglich gemacht werden konnte.
Er unternahm ausgedehnte Ausflüge in die Natur und experimentierte im Selbstversuch mit
verschiedensten Pflanzen wie Sträuchern, Blumen und Bäumen.
Dabei ging es ihm nicht um Heilkräuter, die eine Heilwirkung gegen eine bestimmte Krankheit
in sich tragen, sondern darum Pflanzen zu finden, die Heilung im ganzheitlichen Sinne bewirken.
Nach seiner Auffassung war ein kranker Mensch aus seiner inneren Ordnung gekommen, diese galt es wieder herzustellen.

Copyright: Michael Carsten von www.cool-photos.de
Ein Gerüst von 38 seelischen Grundzuständen
Edward Bach stellte schließlich ein System von 38 Grund-Seelenzuständen auf, für
die er eine jeweils passende Blüte entdeckte. Als er 1931 seine Forschungsergebnisse in seinem
Buch "Heal thyself" veröffentlichte (deutsche Übersetzung: "Heile dich selbst mit den
Bach-Blüten". Jens-Erik R. Petersen, übers. von Karl Friedrich Hörner. 1988. München. Knaur Verlag),
stieß das jedoch in Fachkreisen auf große Kritik. Ihm wurde sogar mit dem Entzug der
ärztlichen Zulassung gedroht.

Copyright: Michael Carsten von www.cool-photos.de
Ein ganzheitliches Heilverfahren
Grund ist vermutlich, dass seine Methode nicht symptombezogen ist und noch dazu religiöse oder spirituelle Züge trägt.
Er gebraucht den Begriff Seele (anstatt Psyche).
"Die Bachblüten schaffen eine neue Ordnung im Inneren. Damit gehe ich an die Ursache einer Erkrankung. Das ist besser,
als Symptome zu kurieren."
Inzwischen kennt das Institut für Bachblütentherapie in Hamburg immerhin mehr als 1200 Mediziner und Heilpraktiker
in Deutschland, die mit Bachblüten arbeiten.
Was ihm wohl im entscheidenden Maße die Kritik seiner Kollegen damals eingetragen hat, ist die Tatsache, dass Dr. Edward Bach
eine Symptombekämpfung nicht nur ablehnt, sondern sogar für ausgesprochen schädlich hält, da sie den Patienten
daran hindert, eine dauerhafte, tiefer gehende Heilung zu erlangen.
"In vielen Fällen ist eine scheinbare Genesung sogar schädlich, denn sie verbirgt vor dem Patienten die wahre Ursache
seiner Beschwerden, und während er sich über die wiederhergestellte Gesundheit freut, kann der verursachende Faktor
unbeachtet an Kraft gewinnen."
Bach vertrat damit eine völlig andere Auffassung von Krankheit als der Großteil seiner Kollegen. Für ihn ist jede Krankheit immer auf eine Störung
im seelisch-geistigen Bereich zurückzuführen; für die damalige Zeit in der Tat ein Affront.
"Was wir als Krankheit kennen, ist die letzte Phase einer viel tiefer liegenden Störung der Ordnung, und um einen völligen Heilungserfolg sicherzustellen,
wird also die Behandlung des Endergebnisses allein nicht ausreichen, solange nicht auch die grundlegende Störung beseitigt ist."
"Gesundheit hängt davon ab, dass wir in Harmonie mit unserer Seele sind." (2)
Edward Bach, Vorläufer der Psychosomatik? Krankheit als Regulativ
Somit ist für Bach Krankheit nichts Negatives an sich und kein Gegner, den es zu bekämpfen gilt, sondern sie kann uns helfen, zu unserer ursprünglichen Harmonie zurückzufinden.
"Denken wir daran: Krankheit, auch wenn sie grausam erscheint, ist im Grunde wohltätig
und zu unserem Besten; und wenn wir sie recht verstehen, kann sie uns zu unseren wesentlichen Fehlern führen."
Auf den ersten Blick mögen sich die damaligen Erkenntnisse Edward Bachs heutzutage kaum von der Standardlehrmeinung psychosomatischer Mediziner oder Psychologen unterscheiden.
Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied der schon angesprochenen religiösen oder spirituellen Komponente.
Dr. Edward Bach war der Überzeugung, dass jeder Mensch bestimmte Aufgaben im Leben zu erfüllen hat gemäß einer göttlichen Bestimmung.
Krankheit tritt dann auf, wenn ein Mensch sich von seinem ursprünglich vorgesehenen Schöpferplan abgewandt hat, also nicht mehr nach seiner wahren seelischen Natur lebt.
"Solange Harmonie herrscht zwischen unserer Seele und unserer Persönlichkeit, erleben wir Freude und Frieden, Glück und Gesundheit. Wenn aber unsere Persönlichkeit von dem Pfad abgebracht wird,
den die Seele dargelegt hat (...), entsteht ein Konflikt. Dieser Konflikt ist die Wurzel von Krankheit und Unglück."
"Sei du selbst", etwas was die moderne Psychologie ohne religiöse Verbrämung etwa ein halbes Jahrhundert später formulierte,
dieser Gedanke der Selbstverwirklichung wurde von Bach in den Mittelpunkt seiner Behandlung gestellt.
Der entscheidende Unterschied ist jedoch, dass er den Menschen unter einen göttlichen Willen oder eine höhere Macht stellt,
während die Psychologie - von vereinzelten Strömungen abgesehen - einen vermeintlich freien Willen propagiert
(gelänge es nur, unsere durch Traumata verursachten neurotischen Begrenzungen aufzulösen).
Zufälle gibt es in der psychosomatischen Medizin nicht, schon gar nicht solche, die sich auf erstaunliche Weise gut in ein Leben einfügen und fast schon gelenkt zu sein scheinen,
und dass da gar ein Gott in ein Schicksal eingreifen könne, ist zumindest wissenschaftlich nicht beweisbar.
Für Bach liegt dagegen die Heilung darin zu erkennen, dass es etwas größeres gibt als den Menschen, dass der Mensch
wie jedes Lebewesen eingebettet ist in ein größeres Ganzes und sich diesem größeren Ganzen
- wie immer man es nennen mag - anzuvertrauen.
Und weiter zu erkennen, dass es bestimmte, unveränderliche und allgemeingültige Gesetze gibt, die es zum eigenen besten zu befolgen gilt.
"Somit wird das Verschwinden der Krankheit davon abhängen, dass der Mensch die Wahrheit
der unveränderlichen Gesetze unseres Universums erkennt und sich selbst in Demut und Gehorsam
nach diesen Gesetzen richtet."
Jede Krankheit ist nach Edward Bach lediglich das Ergebnis eines negativen Seelenzustandes,
was bedeutet, dass das volle Potential nicht gelebt wird. Krankheit ist dann ein Korrekturmittel, um die Persönlichkeit
wieder auf den Weg zurückzubringen, von dem sie abgekommen war.
"Krankheit ist weder Grausamkeit noch Strafe, sondern einzig und allein ein Korrektiv; ein Werkzeug,
dessen sich unsere eigene Seele bedient, um uns auf unsere Fehler hinzuweisen, um uns von größeren Irrtümern zurückzuhalten,
um uns daran zu hindern, mehr Schaden anzurichten - und uns auf den Weg der Wahrheit und des Lichts zurückzubringen, von dem wir nie hätten abkommen sollen."
Muss man für die Anwendung der Bachblüten religiös sein?
Nein. Diese Frage erhebt sich vielleicht angesichts dessen, dass hier soviel von Gott oder einer höheren Macht die Rede ist.
Aber man kann die Bachblüten auch ganz bodenständig anwenden, um beispielsweise mit dem heutigen Arbeitsstress besser zurechtzukommen,
um insgesamt gelassener zu bleiben oder psychisch stabiler zu sein.
Oft geht eine Behandlung mit Bachblüten damit einher, dass man anfängt, sich mit tiefergehenden Dingen zu beschäftigen.
Aber auch bei alltäglicheren Problemen kann man von den Bachblüten profitieren.
Muss man an die Bachblüten glauben?
Auch das nicht. Sicher ist es für jeden Heilungsprozess förderlich, wenn man von der Möglichkeit einer Heilung
auch überzeugt ist und diese nach besten Kräften unterstützt.
Bachblüten können aber gerade da Hilfe bringen, wo schon vieles vergeblich versucht wurde und das Grundgefühl
jetzt verständlicherweise Hoffnungslosigkeit und Resignation ist (Gorse).
Dass ein Glaube an die Bachblüten nicht nötig ist, zeigt sich auch daran, dass bei Schockpatienten oft gute Erfolge erzielt werden
(Rock Rose, Star of Bethlehem oder die Rescue Tropfen, eine Kombination aus diesen und noch drei weiteren Blüten).
Besonders Tiere sprechen oft sehr gut auf Bachblüten an, was nicht der Fall wäre, wenn ein Placeboeffekt alleinige Ursache von Heilerfolgen mit Bachblüten wäre.
Der Hamster und die Rennmaus in den folgenden Beispielen glaubten ganz sicher nicht an die Bachblüten.
Siehe: Campbell Zwerghamster Idefix - eine Behandlung mit Bachblüten
Und: Rennmaus Ratte - erster Teil
Die Wahl der richtigen Bachblüte
Folgerichtig orientierte sich Dr. Edward Bach bei der Auswahl der geeigneten Blüte nicht an körperlichen Symptomen.
Es gilt, den seelischen Zustand zu erkennen, dem ein Mensch gerade unterliegt.
Zwar gibt es nach Bach 38 seelische Grundzustände, diese werden aber von einem Menschen (oder auch Tier)
mehr oder weniger alle einmal in einem Leben durchlaufen.
Wer kennt nicht die Eifersucht (Holly) und wird dennoch nicht zeit seines Lebens von ihr beherrscht?
Ängste vor bestimmten Dingen (Mimulus) wie Angst vor Spinnen, Mäusen oder Hunden,
Angst, vor vielen Menschen zu sprechen oder Höhenangst können durch die Einnahme
bestimmter Bachblüten Besserung erfahren oder sich manchmal sogar ganz verlieren.
Kompliziertes Heilverfahren?
Auch hierin unterscheidet sich die Bachblütentherapie von Dr. Edward Bach von der klassischen Homöopathie:
Das System ist sehr einfach - schon durch die vergleichsweise geringe Zahl der Bachblüten und auch, weil hier nicht
potenziert wird, d.h. nicht mit Verdünnungen gearbeitet wird.
Das System ist aber auch bewusst einfach gehalten. Das Buch von Dr. Edward Bach, "Heal thyself", ist in einem einfachen Sprachstil geschrieben.
Der Wunschtraum Edward Bachs war, dass eines Tages die Blüten, die er gefunden hatte, in jedem Haushalt Verwendung finden würden.
Dieser Traum hat sich, annährend 70 Jahre nach seinem Tod, nicht erfüllt. Grund ist meiner Meinung nach,
dass die Bachblütentherapie zwar nicht annähernd so kompliziert ist wie die Homöopathie ist, aber einen völligen Laien
ohne medizinische oder psychologische Kenntnisse doch überfordert.
Nach meiner Einschätzung braucht man ohne Anleitung oder Unterstützung etwa ein halbes Jahr, um sich in das bloße theoretische Konzept
der Bachblüten einzuarbeiten. Dies sind keine allgemeingültigen Angaben,
sondern Erfahrungswerte, sicher ist es immer abhängig von der investierten Zeit. Die Erfahrungen sind aber leider, dass die meisten Menschen aus verschiedenen Gründen
es nicht durchhalten, sich die Gesamtheit der Bachblüten selbständig zu erarbeiten.
Oft geschieht es, dass ein oder zwei Versuche mit Bachblüten unternommen werden, sei es für sich selbst oder für ein Haustier.
Bleibt dann die gewünschte Wirkung aus, wird frustriert ganz aufgegeben. Dabei ist der Grund für das vermeintliche Versagen der Bachblüten vielleicht einfach nur,
dass eine Problematik komplexer ist und unter Umständen mehrere Blüten dazwischen geschoben werden müssen, bevor der eigentliche Kern des Problems erreicht ist.
Dann kann die Bachblüte ihre Wirkung entfalten, die ursprünglich vorgesehen war.

Literaturangabe:
1) Dr. Edward Bach: Heal thyself. Deutsche Übersetzung: "Heile dich selbst mit den
Bach-Blüten". Jens-Erik R. Petersen, übers. von Karl Friedrich Hörner. 1988. München. Knaur Verlag.
2) Dr. Edward Bach: Ihr leidet an euch selbst. Ansprache in Southport im Februar 1931. S. 247
Bildnachweis:
1) Foto von Dr. Edward Bach: aus Heal thyself (1)
2) Landschaftsbilder: Christof Störmer von www.hintergrundbilder-online.net
Auf ein direktes Copyright wurde verzichtet, um eine meditative Wirkung zu erhalten.
Zurück zur Startseite
|